UMTS verändert das Internet
18. Juni 2009Ende 2008 wurden laut Marktforschungsunternehmen erstmals mehr Notebooks verkauft als Desktop-Computer. Dieser Trend hin zur Mobilität und weg von stationären Geräten ereilt nach dem Telefon nun auch die Computerwelt: Notebooks werden immer beliebter. Sie dienen wie Handys längst nicht mehr ausschließlich als Zweitgeräte, sondern stellen vielfach einen vollständigen Ersatz für die „alte“ Technik dar. Als Hauptgründe können die enorme technische Entwicklung und der Preisverfall der mobilen Komponenten genannt werden. Ein modernes Notebook erzielt im identischen Preissegment nahezu dieselbe Leistung wie ein Desktop-Computer. Das Handy stellt inzwischen dank diversen Pauschaltarifen eine ernstzunehmende Alternative zum Festnetzanschluss dar. Das Sahnehäubchen ist allerdings UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) bzw. HSDPA (High Speed Downlink Packet Access, eine Erweiterung des UMTS-Standards). Erst mit diesen neuen Technologien wird das nichtstationäre Surfen erschwinglich und wertet das Notebook als mobiles Gerät entscheidend auf / erweitert das Handy zum Multifunktionsgerät.
Statt hoher Minutenpreise und langsamen Verbindungen sind mittels UMTS und HSDPA mobile Internetzugänge in DSL-Geschwindigkeit möglich und dank Pauschalen (sogenannten Datenflatraten bzw. UMTS Flatrates) kann unterwegs beliebig oft und beliebig lange gesurft werden. Dieser Trend zu Pauschaltarifen war bereits beim stationären Internetzugang und der Festnetztelefonie zu beobachten. Mit Hilfe von UMTS und HSDPA erhält er nun auch Einzug im mobilen Bereich.
Einen keinen Unterschied bezüglich der Pauschaltarife gibt es allerdings: UMTS- und HSDPA-Tarife sind heutzutage meist keine vollständigen Flatrates, sondern sogenannte Fair-Flatrates. Das bedeutet, die monatliche Pauschale bleibt immer dieselbe, aber das Transfervolumen ist beschränkt. Wird dieses Limit überschritten, wird der Internetzugang gedrosselt und der Anwender hat bis zum Ende des Monats mit einer deutlich langsameren Geschwindigkeit vorlieb zu nehmen. Die Kostentransparenz bleibt auf diese Weise erhalten und die „Bestrafung“ für übermäßigen Datentransfer erfolgt lediglich auf Basis einer Geschwindigkeitsverminderung.
Die technische Revolution hat stattgefunden und mobiles Internet ist praxistauglich geworden. Die Auswirkungen dieses künftigen Massenmarktes auf die Gesellschaft und das Internet sind im vollen Umfang noch gar nicht abzuschätzen. In der Zukunft wird man immer und überall einen unscheinbaren und doch besonderen Reisebegleiter mit sich führen: Er weiß alles, kennt jeden Quadratmillimeter und versorgt einem mit sämtlichen Informationen. Internet und Realität verschmelzen zu einer untrennbaren Einheit, ganz egal, ob man sich im Supermarkt, im Museum oder an der Bushaltestelle befindet. Das Internet lotst zielsicher durch die Realität und diese neue Art und Weise, sich in der Realität zu bewegen, schlägt sich in neuen Internetanwendungen und Applikationen nieder. Hat man bisher das Internet als einen lokalen Zugang zur elektronischen Welt betrachtet, so wird in Zukunft die lokale Welt mit Hilfe des Internets greifbar, unabhängig davon, wo man sich gerade befindet.
Dieser Gastbeitrag wurde von Daniel zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
